Schicksalssaison 90/91

Bundesliga verpasst

Die Bundesliga war ganz nah...

Nach dem Zusammengehen der beiden deutschen Fußballverbände “Deutscher Fußballbund” und “Deutscher Fußballverband” am 21.11.1990 in Leipzig wurde die erste und zugleich letzte Oberligasaison 1990/1991 des neugegründeten NOFV für die Ostvereine zur Schicksalssaison.

Die beiden Meisterschaftsersten qualifizierten sich direkt für die erste Bundesliga, während die nächsten vier in die zweite Bundeliga eingeordnet werden sollten. Zwei weitere Mannschaften aus dem NOFV konnten über die Relegation noch auf den Zug zweite Bundeliga aufspringen. Der Rest versank in den Tiefen des Amateurfußballs.

Es begann also ein Hauen und Stechen!

Nach dem 3. Platz in der Saison 1989/1990 dachte man bei den Blau- Weißen offensichtlich, die Qualifikation für die Bundesliga wird zum Selbstläufer. Der zum neuen Präsidenten gewählte Uwe Bögelsack erklärte dann auf der Mitgliederversammlung am 15.12.1990 selbstbewusst: "Das sportliche Ziel kann nur Aufstieg in die Bundeliga sein."

Doch zwischen Anspruch und Realität klaffte einmal mehr ein großes Loch. Weder Siegmund Mewes, der den gemeinsam mit Dirk Schuster zu Eintracht Braunschweig gewechselten Joachim Streich ersetzte, noch der nach fast 15jährigen Berufsverbot reabilitierte Heinz Krügel als”Sportlicher Direktor” konnten den Club in den bezahlten Fußball führen.

Heinz Krügel sagte heute rückblickend: ”Wir hatten keine gefestigte homogene Mannschaft und einige Spieler hielten den hohen psychologischen Belastungen in dieser für den Club so wichtigen Saison nicht stand.”Nachdem das im Jahr zuvor noch so erfolgreiche Sturmduo Uwe Rösler/Markus Wuckel zerfiehl, letzterer hatten einen schweren Autounfall, wurde der FCM am Ende der Schicksals-Saison mit 26:26 Punkten nur 10., versagte anschließend auch noch in der Relegation.

Gegen Union, den BFC und Stahl Brandenburg blieben die Blau Weißen ohne Sieg, die Brandenburger schafften den Sprung in die 2.Bundeliga. Meister FC Hansa Rostock und Vizemeister Dynamo Dresden hießen die ersten NOFV-Vertreter in der 1. Bundesliga, während neben Stahl Brandenburg auch der Chemnitzer FC, der FC Carl-Zeiss Jena, der Vfb Leipzig, der Hallesche FC und der FC Rot-Weiß Erfurt in der Saison 1991/1992 in der 2.Bundeliga kickten.